Dienstag, 11. Juni 2019

UNSERE fünfte FLUSS KREUZFAHRT 2019
Mit NICKO CRUISES's MS RHEIN MELODIE
11 Tage auf dem Rhein - ab und bis Köln

vom 01.07. bis 12.07.2019

  UNSER SCHIFF
Der Liegeplatz der RHEIN MELODIE nach Ankunft in Köln - am Kunibert Kloster, nahe der Hohenzollernbrücke

Bildauschnitt: backbord Seite - ab Schiffsmitte bis Heck -  mit unserer Kabine 326 im Oberdeck  (roter Kreis)


UNSERE ROUTE (gemäß Plan)

Mo.  01.07.  -  Unsere Anreise nach Köln / Einschiffung
(Liegezeit bis 16:30 h)
Um nach Köln zu kommen, hatten wir gleich nach der Buchung dieser Flussreise, die Bahnfahrt Hamburg-Köln, mit Umstieg in Hannover und zurück unter Berücksichtigung einigermaßen passenden Zeiten, zum Supersparpreis (Durchschnittspreis ca. 45 Euro Person/Strecke) gebucht. Bei pünktlicher Bahnverbindung mit Umsteigen in Hannover, wären wir um ca. 13:10 h Köln-Hbf angekommen. Wegen Zugverspätung und damit verpassten Anschlusses in Hannover wurden daraus in der Summe ca. 90 Minuten Verspätung. Nach einer kurzen Taxifahrt trafen wir um 15:10 h am Liegeplatz "Deutzer Werft" ein. Ich hatte mit einer gleitenden Einschiffung gerechnet und wunderte mich zzunächst deshalb über drei Warteschlangen an der Rezeption, die allerdings zügig abgearbeitet wurde und letztlich nur aus der Überprüfung der Personen/Reisedaten und Aushändigung der Zimmer-Schlüsselkarten bestand. Die Registrierung der Kreditkarte hatte ich später vollzogen. Zunächst stärkten wir uns am Willkommens-Buffet, bevor sich Ingrid an das Auspacken der Koffer, die zwischenzeitlich auf die Kabinen gebracht wurden, ran machte. Nach dem Auslaufen erfolgte gegen 16:30 h die Sicherheitseinweisung im Salon.


Unsere Kabine 326 auf dem Oberdeck - hier mit geöffnetem Fenster - hatte eine Größe von 14,5 qm - bei einem sehr gutem Grundriss. Die beiden bequemen Sitzgelegenheiten vor dem Fenster, wurden von uns gut angenommen.
Reisestrecke Köln bis Amsterdam  (Ablegezeit um 16:30 h)






  
Di.  02.07.  -  Amsterdam  (Liegezeit 08:00 - 23:00)
Für die Flussfahrt auf dem Rhein und der Waal, abwärts nach Amsterdam, mussten im Amsterdam-Rhein-Kanal zwei Schleusen passiert werden. Unser Liegeplatz war dort, wo wir es bei früheren Amsterdam Aufenthalten schon gesehen hatten, etwa mittag, zwischen dem Kreuzfahrtterminal und dem Bahnhof Amsterdam Centraal.



Für diesen langen Tag in Amsterdam, hatten wir einen Stadtrundgang und eine Grachtenfahrt am Abend geplant. Obwohl wir beides nicht zum ersten Mal durchgeführt hatten, war die Lust bei den optimalen Wetterbedingungen so hoch wie nie. Außerdem war es immer möglich, auch innerhalb des Grachtenviertels, andere Wege zu nutzen. Gleich nach dem Frühstück machten wir uns gut gelaunt auf dem Weg und kauften zunächst die Grachtenfahrt-Tickets von der Reederei "Lovers Canal Cruises" für die Fahrt 21:00-22:00 Uhr, bevor wir schließlich unseren Stadtrundgang fortsetzten. Weil mir das Licht recht angenehm erschien, hatte ich sehr viele Fotos geschossen, so viel wie noch nie zuvor in Amsterdam. Nur einige davon kann ich hier im Blog zeigen. Zunächst jene von unserem Rundgang . . 


















    
Das es in Amsterdam sehr viele Radfahrer gibt, ist jedem bekannt. So gut es für die Umwelt auch sein mag, empfanden wir diese Position gegenüber uns als Fußgänger, nach meinem Empfinden, teilweise schon recht grenzwertig. Wo sollten wir denn hin, wenn die Gehwege teils von parkenden PKW's und Lieferwagen blockiert wurden? Die Radfahrer nahmen für sich stets in Anspruch, unbeirrt und ohne Rücksicht auf uns, mit hohen Tempo zu ihrem Ziel zu kommen. Wir hatten nie das Gefühl, als berechtigte Verkehrsteilnehmer angesehen zu werden, geschweige denn als Gleichberechtigte. Hier nun noch ein paar Bilder von unserer Abend-Grachtenfahrt, für die es eigentlich noch zu hell war.






















Mi.  03.07.  -  Rotterdam  (Liegezeit 09:00 bis 14:00 h)
Für die Fahrt nach Rotterdam ging es zunächst über den Amsterdam-Rhein-Kanal - mit der Prinz-Bernhard-Schleuse - zurück und schließlich über den Lek-Kanal, der Lek und der Nieuwe Maas, nach Rotterdam nahe der "Willemsbrug". Im Jahr 2011 hatten wir mit der Artania von Phoenix nur einen kurzen Aufenthalt, den wir für eine Hafenrundfahrt nutzten. So gesehen, kannten wir Rotterdam noch nicht, zumal wir jetzt mit dem Flußschiff einen ganz anderen Liegeplatz hatten. Die Aufenthaltsdauer von mehr als 4 Stunden war allemal für einen Spaziergang geeignet. Mehr war auch nicht angedacht. So verzichteten wir auch auf große Orientierungsversuche und liefen einfach los in Richtung "Oude Haven". 



















Do.  04.07.  -  Köln  Liegezeit 13:30 - 22:00 h; LP 9 / Km 592)
Statt planmäßig gegen 15:00 h, waren wir bereits um 13:30 h in Köln eingetroffen. Das kam uns - die wir Köln ohnehin nicht kannten - sehr entgegen. Einen festen Plan glaubten wir deshalb auch nicht haben zu müssen. Vom Liegeplatz aus, der dicht an der Hohenzollernbrücke lag, hatten wir natürlich genügend Möglichkeiten. Der Altstadtbereich unter Einbeziehung des Rheinufers, hatte für uns Tagesbesucher für's Erste genug zu bieten.




Das Schwesterschiff der RHEIN MELODIE ist die RHEIN SYMPHONIE  (ex Viking Helvetia)










Natürlich interessierten wir uns auch für den Kölner Dom, dem Unesco Weltkulturerbe. Besonders interessiert war insbesondere ich, an einer Turmbesteigung. Aber ausgerechnet an diesem Tag, den 04. Juli, war es leider nicht möglich. Auch die Dom Schatzkammer, konnten wir nicht besichtigen. Zum Fotografieren aus nächster Nähe, eignet sich dieses gigantische Bauwerk nicht. Vielmehr ist der Dom ein Wahrzeichen, dass mit seinen beiden 157 m hohen Türmen, aus anderen, entfernteren Perspektiven, ein beliebtes Fotomotiv ist. Ein paar Bilder habe ich als Teilansichten bearbeitet. 







Diese drei einzelne Fensterfotos, sind von mir eher zufällig gewählt worden. Es gab viel mehr von diesen Fenstern, die ich aufgrund eines genauso günstigen Lichteifalls hätte fotografieren können. Die sich durch den Blickwinkel von unten nach oben zulaufenden Linien, habe ich in der Bildbearbeitung  korrigiert.
Nach einer Pause am Nachmittag, zogen wir nocheinmal los, um das andere Rheinufer im Bereich des Hyatt Hotels etwas aus der Nähe zu sehen und überquerten die interessante Hohenzollernbrücke . Interessanterweise entdeckten wir dabei das Triangel-Panorama-Gebäude und nutzten die Gelegenheit, zur Nutzung der Aussichts-Plattform in etwa 100 m Höhe, in der 28. Etage (Fahrstuhl).

















Fr.  05.07.  -  Fahrt ab Köln auf dem Mittelrhein bis Mainz
Mit etwa 10 Km/h fuhr die Rhein Melodie von Köln nach Mannheim, davon den schönsten Teil des Mittelrheins am Tag. Hier spürt man deutlich den Reiz einer Flussreise. Die angegebenen Rhein-Kilometer an den Ufern, geben mit  Hilfe einer Flusslaufkarte, gute Informationen über die Passage. Hier folgt zunächst eine Bilderauswahl vom Streckenabschnitt:  Koblenz bis Mainz.


Koblenz














Der Loreleyfelsen bei St. Goarshausen


Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub






Ankunft ín Mainz um ca.15:00  (Liegezeit bis 23:00 h)







Nach unserem Stadtrundgang, machten wir uns auf dem Weg zur Kirche St. Stephan zu Mainz, weil wir uns für die 1973 von Marc Chagall bemalten Fenster interessierten. Als wir um 17:15 h dort eintrafen, waren wir leider zu spät. Wir hätten zielgerichtet, sofort dorthin gehen müssen, um uns dieser Werke erfreuen zu können. 










Sa.  06.07.  -  Mannheim / Speyer  (Liegezeit 06:30 - 15:00 h)
Gemäß der Tourbeschreibung unseres Kreuzfahrtleiters, hatten wir uns in Mannheim neben einen Stadtrundgang, die Besichtigung des kurfürstlichen Schlosses vorgenommen. Auf einen angebotenen Ausflug nach Speyer hatten wir verzichten wollen. Da aber das Schloss an diesem Tag nicht zu besichtigen war und die Schlossanlage selbst, entgegen unseren Erwartungen, keinen bleibenden Eindruck hinterlassen konnte, wollten wir es zumindest versucht haben, doch noch nach Speyer und dabei natürlich auch noch pünktlich zurück zu kommen. Dazu mussten wir allerdings erstmal zum Bahnhof, der sich nun auch nicht gerade in unmittelbarer Nähe befand. Ferner waren wir überhaupt nicht darauf vorbereitet, wussten quasi nichts. Aber wir hatten in unserem Reiseleben schon ganz andere Hürden genommen und uns an einer Straßenbahnhaltestelle, die zum Hbf. führte durchgefragt. Zwischen Mannheim und Speyer bestand eine S-Bahn Verbindung (S4), die wir nutzen konnten. Am Fahrkartenautomat, nahmen wir gern Hilfe an und lösten Hin- und Rückfahrt mit Nutzung von Bussen bzw. Straßenbahn.  






SPEYER
Die reine Fahrzeit betrug etwa 30 Minuten. Um ca. 11:00 h hatten wir unser Ziel erreicht. Nur noch etwa 800 m Fußweg, trennten uns von der Maximillianstrasse, die dann zum Dom zu Speyer führte. Zu einem tollen Überblick auf die Maximilian Str. verhalf uns der Turm "Altpörtel".

Altpörtel 

Maximillianstraße und der Dom zu Speyer

links: Gedächtniskirche   -   rechts: Josephskirche





Dom zu Speyer

Fenstermalerei in der Gedächtniskirche zu Speyer



Die Ausflugsgruppe war deutlich früher eingetroffen, konnte aber aufgrund dessen nicht in die Gedächtniskirche kommen. Wir waren froh, dass wir uns letzlich noch für Speyer entschieden hatten. Unser Fahrpreis betrug für uns beide, mit allen Strecken 16,80 Euro, bei freier Zeiteinteilung. Das ist uns stets wichtig. Zum Speyer Hbf. nutzen wir für die 800 m Strecke, gern den Bus.






So.  07.07.  -  Kehl / Straßburg
Für Kehl war für uns von vorn herein klar, dass wir auf eigene Faust nach Straßburg kommen wollten. Auch über das "wie" haben wir uns im Vorwege schlau gemacht. Das war uns wichtig, um nicht unnötig Zeit zu verplempern. Der Weg vom Liegeplatz zur Haltestelle der Straßenbahn (vor dem Straßburger Hbf) war kein Problem. Unsere Wartezeit betrug etwa 15 Minuten. Ziel war zunächst die Kathedrale Notre-Dame auch unter den Namen Straßburger Münster bekannt. Hier musste ich feststellen, dass es kaum Chancen gab, das Bauwerk von außen fotografisch erfassen zu können. Die Abstände vom Objekt viel zu kurz, Das Bauwerk viel zu groß, zu hoch; einfach überhaupt zu mächtig. Um dem Ganzen irgendwo gerecht zu werden, bleibt mir dafür einfach nur ein Link zu Wikipedia - Cathedrale Notre-Dame de Strasbourg 

La Petite France  -  das Gerberviertel von Straßburg
La Petite France ist eine Idylle auf einer Insel inmitten von Straßburg, am Ufer des Ill, mit Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die hohe touristische Anziehungskraft, war bei so viel Charme dieses Viertels nicht verwunderlich und hatte auch bei uns große Begeisterung hervorgerufen.




Eine kleine Teilansicht der großen Kathedrale. Auf eine Innenbesichtigung haben wir aufgrund unpassender Zeit (kein Zutritt möglich) nicht vornehmen können. Einen zweiten, späteren Versuch hatten wir nicht unternommen.

















Da wir noch genug Zeit hatten, ich allerdings wieder mal meine vorbereiteten Unterlagen nicht dabei hatte, wollte ich es darauf ankommen lassen, um den Weg zum Europa Parlamentsgebäude zu finden oder auch nicht. Auch war mir die Entfernung dorthin entfallen. Es wären laut Maps ca. 4 km gewesen. Mit meinem unfreiwillig gewählten Zickzack-Kurs werden es deutlich mehr gewesen sein. Zurück hatten wir dann einen Bus "gefunden", der uns wieder in die Nähe der Kathedrale brachte. Mit der Straßenbahn ging es dann zurück nach Kehl.  




















Nach Ankunft am Bahnhof von Kehl, machten wir noch einen kleinen Spaziergang in der Fußgängerzone und aßen dort noch einen eher langweiligen Eisbecher, bevor wir uns auf den Weg zu unserem Schiff machten. 


So.  08.07.  -  Basel  (Liegezeit ca. 09:00 - 12:30)
Entgegen der Planung, traf die Rhein Melodie bereits um ca. 09:00 h im Rheinhafen von Basel ein. Weniger als eine Stunde später, kam vom Kreuzfahrtleiter die Durchsage dass wegen eines befürchteten, höher werdenden Wasserstandes, das Schiff bei Brücken und Schleusen, von der Höhe her, Schwierigkeiten bekommen könnte und deshalb alle Ausflüge gecancelt werden müssen. Hier kam der Kreuzfahrtleiter mächtig unter Druck, weil ein Teil der Gäste, für ihren Ausflug nach Basel - auf eigene Faust, das Schiff bereits verlassen hatten. Hatte da vielleicht jemand gepennt? Der Kreuzfahrtleiter, der nicht zur Crew gehörte, musste es ausbaden. Wurde überhaupt - den Tiefgang betreffend - alles ausgereizt, um diesen Abbruch zu verhindern? 
Immerhin, für einen kleinen Spaziergang hatten wir noch Zeit. Wir liefen nicht in Richtung Zentrum, sondern nur zum Drei-Länder-Eck:
DE-CH-FR. 

Am Drei-Länder-Eck

Mo./Di.  09./10.07.  -  Breisach / Colmar / Freiburg
(Liegezeit am 09.07. ab 01:00 h  - 10.07.  13:00 h)
Das Wahrzeichen der Stadt Breisach am Rhein, ist das Breisacher Stephansmünster

Für die Liegezeit in Breisach, hatten wir unseren eigenen Plan bereits zuhause mit realen Zeiten, für einen Besuch der Stadt Colmar im Elsaß aufgestellt. Wir fuhren gemäß unserem Fahrplan mit dem Euregiobus 1076 in etwa 50 Min. von Breisacher Bahnhof nach Colmar. Als wir in der Altstadt ankamen, waren wir - ähnlich wie schon in Straßburg - von dem Charme und Flair der Altstadt von Colmar, wieder sehr angenehm überrascht. 

Bilder von Colmar 






















Nach dem Abendessen nutzten wir die Zeit für einen Spziergang nach und in Breisach. Unser Interesse galt hauptsächlich, dem weithin sichtbaren Stephansmünster, im oberen Bereich der Stadt Breisach. Dort befindet sich auch das Rathaus. 

Breisach





Für die verbleibende Liegezeit in Breisach bis zum Mittag des Folgetages, hatten wir darauf verzichtet, auf eigene Faust nach Freiburg zu fahren und hatten statt dessen einen Ausflug gebucht. Genau genommen, hatten wir nur die zeitlich gesicherte Hin- und Rückfahrt in Anspruch genommen. Für Vorträge war uns die relativ kurze Zeit zu schade. Zunächst hatten wir abgewartet, um den Treffpunkt und die Zeit zu erfahren. Als das geklärt war, hatten wir uns abgeseilt. Auf mich wirken Vorträge und langathmige Erkärungen wie eine Strafe. Die musste ich nicht über mich ergehen lassen. So machten wir unseren eigenen, ungebremsten Rundgang. 

Freiburg















Mi.  11.07.   -  Koblenz   (Liegezeit 12:30 bis 22:00)
Reisestrecke von Breisach bis Koblenz
Auf diesem Streckenabschnitt ab Rhein-Km 226 bis Km 592, vom Oberrhein bis zum Mittelrhein, mussten 6 Schleusen überwunden werden, die eine Gesamtfallhöhe von 72,15 m ausmachten. Viele der Ortschaft hatten wir bereits auf der Fahrt flußaufwärts gesehen. Nun aber zur anderen Tageszeit, mit anderem Blickwinkel und leider bei regnerisch, trüben Wetter. Viel haben wir nicht von dieser schönen, interessanten Stadt gehabt, weil sich Ingrid eine richtig heftige Erkältung zugezogen hatte. Schade auch deshalb, weil wir nun - trotz langer Liegezeit - leider zwei Gründe hatten, auf eine Verabredung mit einem reisefreudigen, etwa gleichaltrigen Paar aus NRW verzichten zu müssen.










KOBLENZ

























Do.  12.07.  -  Köln / Ausschiffung / Rückfahrt
Die Ankunft in Köln lief planmäßig, ähnlich wie bei Hochsee Kreuzfahrten, unter Berücksichtigung bestimmter zeitlicher Notwendigkeiten, wie z. B. Transfers usw. ab. Wir hatten nichts dergleichen und konnten noch in Ruhe frühstücken. Allerdings sollten alle die Kabinen um 08:00 h das Schiff bis 09:00 h verlassen haben. Die Koffer waren direkt vor dem Schiff auf der Kaimauer in farblichen Gruppen aufgereit. Um ca. 08:30 h gingen wir von Bord und fußläufig (ca. 700 m) zum Bahnhof. Dort schlossen wir unsere Koffer ein und machten noch einen kleinen Spaziergang am gegenüber liegenden Rheinufer, da unsere - Nach Preis ausgesuchte Zugverbindung -  Köln-Hannover-Hamburg, erst um 11:13 h ging. 







Als wir unser Gepäck wieder aus den Schließfächern nehmen wollten, mussten wir feststellen, dass wir überzogen hatten und nochmal bezahlen mussten. Wir hatten 3 Fächer a 3 Euro besetzt. Nun wurden also nochmal 9 Euro fällig.



Der IC 2049 hatte zwar Verspätung, die aber unsere Anschlußverbindung, kaum gefährden konnte. Ab Hannover, sollte es dann um 14:37 h mit dem ICE 76 weitergehen. Als wir am Bahnsteig ankamen, war dieser gerammelt voll. Unser Zug wurde noch nicht angezeigt. Das bedeutete auf jeden Fall, schon erstmal Verspätung. Was wir nicht wussten - war, dass eine frühere Zugverbindung ausgefallen war und dadurch ein höherer Andrang zu erwarten war. Unsere reservierten Plätze sollten sich im 1. Wagen befinden. So langsam machte uns der volle Bahnsteig unruhig. Dann wurde auch noch ein Gleiswechsel angezeigt. Ich fragte vorsichtshalber nach, auf welcher Höhe sich der Wagen befinden würde. Wir schienen falsch zu stehen und bewegten uns mit unseren Koffern auf den gegenüberliegenden Bahnsteig in die entgegengesetzte Richtung.

Schließlich rollte der Zug endlich ein, aber der Wagen 1 fuhr an uns vorbei.

Überall stiegen die Leute ein. Es gab ein ziemliches Gedränge. So ein Mist. 

Wir waren verkehrt, aber auf dem Bahnsteig war kein Vorwärtskommen. Aufgrund der Verspätung erschien es mir sicherer, einzusteigen und die Vorwärtsbewegung im Zug vorzunehmen. Eine dummerhafte Entscheidung, denn der Zug war voll. "Hier geht es nicht weiter,"  wurde immer wieder behauptet. Die Vorstellung vor Augen, dann stehen zu müssen, hielt ich für Ingrid und mich - schlicht, für die schlechteste Lösung. Wir mussten zum Wagen 1, zu unseren reservierten Plätzen. Angetrieben von diesem absoluten Willen, kämpfte ich für uns den Weg frei. Irgendwie ging es tatsächlich. Die Leute schienen meine unnachgiebige Haltung irgendwie zu tolerieren. Ingrid musste mir schnell genug folgen, sonst hätte jemand dicht gemacht. Natürlich bin ich bei diesem Kampf nach vorn, auch das eine oder andere Mal über fremde Füße oder nicht weggeräumtes Reisegepäck gestolpert, aber das war mir in diesem Moment egal. In solchen Fällen spricht man wohl oft von Adrenalinausschüttung. Ich denke mal, dass es bei uns beiden so gewesen sein muss, sonst hätte das niemals etwas werden können. Natürlich war der eine oder andere Mitreisende gereizt und reagierte auch entsprechend, aber Schläge hatte ich mir keine eingefangen. Wäre auch noch schöner, einen kleinen Seniorenbonus musste man mir schon zugestehen. Zwischendurch fragte ich: "Im welchen Wagen befinden wir uns gerade?"

Schluck, so blieb der Kampf nach vorn, zunächst ohne die Illusionen, es bald geschafft zu haben. Aber irgendwann, so etwa zwischen Wagen 3 und 4, wussten wir, dass wir schon mehr als die Hälfte hinter uns gelassen hatten. Irgendwann hatten wir es geschafft, aber der Zug stand immer noch. Ohne Widerspruch räumten die Mitreisenden die uns zustehenden reservierten Plätze und halfen mir, die Koffer in die Ablage hochzuhieven, denn meine Kräfte waren aufgebraucht.

Ein Wahnsinn - Da hatten wir uns von Wagen 9 nach Wagen 1 durchgekämpft und der Zug fuhr nicht ab? Nun fehlte nur noch die Durchsage, dass dieser Zug wegen eines Defektes nicht fahren würde. Nein, nein - die Durchsage für den Stillstand, bezog sich nur auf mangelnde Sicherheit, infolge der Überfüllung des Zuges. Würden nicht genug Fahrgäste wieder aussteigen, würde der Zug nicht anfahren. So einfach war es. Uns war es egal. Wir saßen und genossen die gefühlte Erlösung. Zuhause kamen wir etwa 2 Std später an. Zeiten hatte ich mir nicht notiert. Aber einen Antrag auf Erstattung wegen Verspätung, hatte ich natürlich gestellt. Es hätte insbesondere gerade für mich als Hypertoniker anders ausgehen können. Wie mein Nerven- und Herz-Kreislaufsystem auf Stress reagiert, lässt sich nie im voraus sagen. 


Meine Beurteilung
Route  -  Wir hatten uns für dieses Schiff und diese Route entschieden, weil diese Flussreise sowohl stromabwärts (NL), als auch stromaufwärts (CH), mit Köln als Start- und Endhafen, verlief. Das trotz der 11 Tage, einige interessante Orte entlang des Rheins ausgelassen werden mussten, war uns bei dieser Länge der Route von insgesamt 1720 km klar. Außer, dass wir in Basel - aufgrund niedriger Durchfahrtshöhen - kaum Aufenthalt hatten, konnten wir unsere Wunschziele, Straßburg und Colmar mit ausreichender Zeit besuchen. Für Speyer war die Zeit etwas kurz gewesen, aber das Ziel hatten wir auch nicht von Anfang an auf dem Zettel. Ähnlich verhielt es sich mit Freiburg. Hier hatten wir aufgrund der knappen Zeit, kein Risiko eingehen wollen und deshalb am Ausflug teilgenommen, hatten aber die Stadtführung nicht in Anspruch genommen. Da wir insgesamt - außer in Koblenz - tolles Wetter hatten, hatten wir jede Menge Freude an dieser Route.


Kabine und öffentliche Bereiche 
Wirklich groß überraschen, konnte uns die Rhein Melodie deshalb nicht, weil wir in 2016 mit der Seine Comtesse ein sehr bauähnliches Schiff (ex Viking Spirit), bereits mit einer Mitteldeck Kabine kennengelernt hatten. Das wir nun eine Kabine auf dem Oberdeck gewählt hatten, war nicht selbstverständlich. Da aber die Angebotspreise sich zum Buchungszeitpunkt nur auf das Hauptdeck (untere Deck) und das Oberdeck bezogen, war die Tendenz eindeutig, da die Kabinen auf dem Hauptdeck (untere Deck) deutlich kleiner waren und wie üblich, die Fenster nur im oberen Bereich verbaut waren. 
Unsere Kabine 326 auf dem Oberdeck der Rheinmelodie hatte uns insgesamt gut gefallen. Sie bot ausreichend Platz und hatte zwei kleine Sessel und einen kleinen Tisch vor dem bodentiefen Schiebefenster. Auch wenn ich davon ausgehe, dass sich seit Inbetriebnahme durch Viking Cruises im Jahr 2005, kaum etwas verändert hatte (4:3 Fernseher mit Bildröhre), hatten wir nichts zu beanstanden. Natürlich gibt es inzwischen modernere Schiffe, was aber nicht immer der Fläche und dem Ausstattungsumfang zugute kommt. 








Die öffentlichen Bereiche, wie Restaurant und Salon waren erwartungsgemäß der Seine Comtesse sehr ähnlich und sicherlich auch mit vielen anderen Flussschiffen dieser Größenordnung bei entsprechendem Alter vergleichbar. Als zusätzlichen Bereich, bot die Rhein Melodie, noch einen Spiel und Leseraum im hinteren Teil des Oberdecks. Ferner fanden Raucher hier nochmal eine weitere kleine Außenfläche. Mit ihren großzügigen Fensterflächen gehört die Bauweise der Rhein Melodie, aber dennoch, eher zu der modernen Kategorie von Fluss-Kreuzfahrtschiffen. 




Das Sonnendeck, mit der wegklappbaren Reling und dem ebenfalls heruterklappbaren, festen Sonnen- und Regenschutz wurde wegen optimaler Bedingungen, gern genutzt. Wir stellten für uns fest, dass es mengenmäßig an klappbaren Hochlehnsesseln fehlte.   

Dass das Restaurant überwiegend mit länglichen und runden 6er Tischen ausgestattet war, hatte uns nicht überrascht. Auch hier sind sich viele der Flussschiffe ähnlich. Gegessen wurde in einer Sitzung, bei fester Tischzuteilung für alle Hauptmalzeiten. Zusätzlich wurde mittags vor dem Salon,  ein kleines Bufett für den kleinen Hunger aufgebaut. Die Wahl von Fisch-, Fleisch- oder vegetarischen Gerichten, wurde bei allen Gästen während des Frühstücks abgefragt. Ebenso auch evtl. Vorspeisen, Suppen und Nachtisch. Daraus ergab sich zumindest am Abend, ein Viergang Menü. Wer sich mittags wie wir, (Anwesenheit vorausgesetzt) für das kleine Buffet entschieden hatte, musste es an dieser Stelle, entsprechend ebenfalls kommunizieren. 

Beurteilung der Speisen und Getränke
Das Frühstücksbuffet hatten wir ohne Abstriche, als wirklich gut empfunden. Die Auswahl an Aufschnitt war mehr als befriedigend. Etwaige Ansprüche an Zubereitung von Eierspeisen auf Bestellung (wie bei Hochseeschiffen), hatten wir nicht und standen auch auf keinem Plan.

Mittagessen / Mittagsbuffet
Zumindest ich, der gern Salat und auch mal Nudelgerichte isst, kam voll auf meine Kosten. Die grünen Salate wirkten frisch und machten mir mit einigen gwählten Ergänzungen Freude. Ingrid, die dann statt Nudeln, sich am Suppentopf bedient hatte, konnte es so akzeptieren. 

Nachmittagskaffee mit Kuchenauswahl
Das konnte natürlich Geschmacksache sein, ob man die viel mit Creme zubereiteten Kuchenplatten mag oder nicht. Die große Freude darauf, kam bei uns allerdings nicht auf.

Abendessen
Unsere Erwartungen auf eine ähnlich gute Zubereitungsqualität wie auf Nicko's Seine Comtesse, wurde leider nicht erfüllt. Da waren Ingrid und ich, absolut einer Meinung. Vorspeisen und Nachtisch wirkten oft einfallslos, die Fleischportionen waren oft eher mickrig. Das man auch eine größere Portion bestellen konnte, hatte ich zunächst übersehen, weil dieses als Fußnote sehr klein vermerkt war. Ich wollte das zumindest einmal getestet haben und bestellte eine größere Portion. Das bezog sich dann aber auf alles, also auch auf die Beilagen wie Kartoffel und Gemüse. Also blieb ich beim Standard und gewöhnte mich, wie alle anderen auch daran. Ohne unsere Erwartungshaltung, wäre die Küche insgesamt, vielleicht einen Tick besser weggekommen. 





Am vorletzten Tag, gab es ein Galadinner, dass allgemein nochmal für Freude und gute Stimmung gesorgt hatte.

Getränke waren nicht inkludiert. Meine, auf unseren Bedarf bemessene Hochrechnung ergab, wie bislang auch auf allen anderen Schiffen, dass das angebotene Getränkepaket - für uns deutlich zu teuer war.  


Unterhaltung 
Wie auf den meisten Flussschiffen üblich, hatte sich Nicko Cruises auch nichts besonderes einfallen lassen. Hier agierte Peter mit seinem Keybord, dass er zwar recht gut beherrschte, aber als Alleinunterhalter kaum wahrgenommen werden konnte. Ich werde es aber nicht kritisieren, weil wir ohnehin fast nur zum Kaffeetrinken den Salon aufgesucht hatten. Ferner kam das Fehlen eines "Unterhaltungsprogramms", sicherlich wohl all denjenigen entgegen, denen ihre eigene Unterhaltung am Tisch weit wichtiger war.
Auf eine echte Cruise Show, wie wir sie schon mal erlebt hatten, hätten wir uns allerdings gefreut. Der angebotene Ersatz des Kreuzfahrtleiters war aus unserer Sicht, dann eher verichtbar.

Service und Organisation

Mir war es schon bei der Seine Comtesse aufgefallen, dass der Kreuzfahrtleiter, offenbar mit der Schiffsbesatzung nichts zu tun hatte und mehr als Externer mit seinem Nicko Cruises T-Shirt, von uns eher etwas unterprivilegiert wahrgenommen wurde. Dazu unser Erstaunen, dass der (eine) gebuchte Ausflug nicht durch das Bordkonto mit registrierter Kreditkarte gedeckt war. Hier nervte es den Kreuzfahrtleiter, dass einige Leute, so wie wir auch, zur Bezahlung des Ausflugs, zunächst nicht auf seine Ansage reagiert hatten.
Abgesehen von diesem Missverständnis, hatte er - aus unserer Sicht - gute Arbeit geleistet. Seine Stimme war für Durchsagen und Routeninformationen sehr gut geeignet. Mit der täglichen Versorgung eines mehrseitigen Nachrichtenblattes und den bereitgestellten Karten-Kopien von den Liegeplätzen / Städten, hatte er insgesamt seine Aufgabe gut erfüllt.



von links nach rechts: Hoteldirektor, Kapitän und rechts außen, der Kreuzfahrtleiter

Der Service im Restaurant lief routeniert. Aufgrund wohl begrenzter Küchenkapazitäten, mussten so manche Wartezeiten - verständlicher Weise - in Kauf genommen werden. 


Passagiere
Ob die Rhein Melodie wirklich voll ausgebucht war, entzieht sich meiner Kenntnis. Zumindest aber, sah es nach fast voller Besetzung aus. Die allgemeine Vorstellung, dass Gäste auf Flussschiffen wohl älter sind als auf Hochseeschiffen, trifft sicherlich zu, vor allem dann, wenn die Flussreise - wie bei der Rheinmelodie, auf klassische Art durchgeführt wird. An unserem Tisch lag das Durchschnittsalter bei 74. Wenn ich die älteste und die jüngste Person herausnehme, lag das Durchschnittsalter an unserem Tisch bei 76.  


Unser Durchschnittsalter lag zu diesem Zeitpunkt (10.Juli 2019) bei  etwa 70,8 Jahren


So waren wir auch erstaunt, wie viele der Gäste dieser Reise - trotz auffallender körperlicher Einschränkungen, die insbesondere beim Treppensteigen sichtbar wurden, angenommen hatten, denn die Rhein Melodie hatte, wie viele andere Schiffe dieser Kategorie auch, keinen Fahrstuhl. 

Gesamturteil

Wir sind froh, dass wir diese Reise gemacht haben. Wir hatten eine interessante Route mit einigen Höhepunkten, eine schöne Kabine und teils verbesserungsbedürftiges Essen. Das Preis-Leistungsverhältnis war bezogen auf unseren Tarif gut, auch wenn die Preise kurz vorher noch einmal fielen.
Mit dem Frühbuchertarif, bzw. dem Katalogpreis, hätten wir beide - da bin ich ziemlich sicher - so einiges noch differenzierter gesehen.  



Dieser vorläufig fertig gestellte Blog, hat vielleicht hier und da, noch etwas Feinschliff und Fehlerbereinigungen nötig. Zunächst aber bin ich froh, dass ich auch dieses Werk, soweit erstmal fertig gestellt habe. 


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